#9 Psychische Gesundheit: Die Psyche im Detail (2/2)
Shownotes
Im zweiten Teil interviewt Erik den Psychologischen Psychotherapeuten Bernd Rosch und erklärt mit dessen Hilfe tiefergehend Themen rund um die psychische Gesundheit: Welche Rolle Psychologen spielen, wie wir unsere mentale Gesundheit im Alltag verbessern können, wann professionelle Hilfe sinnvol wird und mehr.
Herr Bernd Rosch führt eine eigene Praxis in Passau und ist unter folgender Telefonnummer erreichbar: 01 78 / 8 77 47 02
Mitglieder:
Host: Elli (Elisabeth Lindinger) und Erik Hagenbach
Koordinatorin: Perdita Wingerter
Schnitt: Arturo Riveros
Social Media: Arturo Riveros
Fühlt euch verbunden. Fühlt euch zuhause. Fühlt euch Simply Mixed.
Dieser Podcast wird gefördert durch das Projekt Inklusive Ehrenamt der lagfa bayern durch die Mittel des bayerischen Sozialministeriums
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:14: Hi
00:00:21: zusammen.
00:00:22: Ich bin es Erik, ihr kennt mich hoffentlich noch vom letzten Mal wo ich mit Ellie hier saß und schon mal über psychische Gesundheit gesprochen habe.
00:00:31: heute sitze ich wieder hier freue mich übrigens Und bin allerdings nicht alleine, sondern mit den Herrn Rosch.
00:00:41: Der ist hier im Passau Psychologe und denen wollen wir heute mal ein paar Fragen stellen.
00:00:46: Ich würde Ihnen jetzt einfach das Wort geben.
00:00:48: Wollen Sie sich vielleicht einmal vorstellen?
00:00:51: Ja total gerne!
00:00:51: Es freut mich dass ich hier sein darf.
00:00:54: Ich heiß Bernd Rosch, komme ursprünglich aus dem schönen Straubing Jetzt hier mittlerweile seit zwei Tausendundsechzehn im Passauraum.
00:01:04: Ich habe Psychologie studiert, nachher noch meine Psychotherapeuten Ausbildung gemacht und bin jetzt mittlerweile seit Zwei Tausendeinundzwanzig in eigener Praxis hier in dem schönen Passau tätig.
00:01:17: Ja das ist sehr schön!
00:01:20: Gefällt es Ihnen denn dann hier im Passau?
00:01:22: Ja, mir gefällt es sehr gut.
00:01:24: Ich war da vor für mehrere Jahre in Regensburg und dann bin ich aufgrund der Liebe wegen nach Passau gekommen und habe mich aber auch relativ schnell in diese Stadt verliebt.
00:01:35: Die ist wirklich sehr schön!
00:01:36: Und jetzt haben Sie hier eine psychotherapeutische Praxis?
00:01:40: Genau die habe ich.
00:01:41: Das ist eine Verhaltenstherapie-Praxis Und in der bin ich jetzt auch in Vollzeit tätig.
00:01:46: Davor habe ich in verschiedenen Kliniken hier im Passauer Raum und vor allem in Passau selber gearbeitet, und hab mir dann meinen ja doch großen Lebenstraum erfüllt, in eigener Praxis tätig sein zu können.
00:01:59: Ja... mich persönlich wird interessieren was macht man denn eigentlich so als Psychologe im Alltag?
00:02:06: Wie sieht denn so ein Arbeitsalltag eines Psychologen aus?
00:02:10: Ich glaube, das kann man nicht pauschalisieren.
00:02:13: Das ist unterschiedlich.
00:02:16: aber im Großteil sieht so ein Praxiseiltag aus dass es eine Mischung gibt.
00:02:23: Eine Mischungen aus vor allem Einzeltherapie.
00:02:26: Stunden.
00:02:27: die sind in der Regel auf fünfzig Minuten angesetzt.
00:02:33: Dann hat man einen Patientenübergang, das sind zehn Minuten.
00:02:37: Da macht man manchmal Nachbereitungen, Vorbereitung für die nächste Stunde oder man schnauft einfach mal durch und dann hat man eine Reihe von diesen Einzeltherapiestunden.
00:02:48: Hat daneben so ein bisschen Bürokratie zu machen.
00:02:51: Man muss ein paar Sachen ins System eintragen.
00:02:54: Man macht sich aber einfach mal auch ein Kaffee oder geht auf die Toilette also des ganz alltäglich menschliche.
00:03:01: Und dann gibt es aber je nachdem was man noch zusätzlich anzubieten hat, manchmal Diagnostik auch noch.
00:03:11: Man macht Tests mit Patienten, man macht manchmal Gruppentherapie wenn man so eine Zusatzqualifikation hat und das gerne macht und dann halt je nach dem was der Patient braucht.
00:03:22: also das kann ganz unterschiedlich sein.
00:03:24: das können Traumotherapeutische Elemente sein.
00:03:27: Das können aber auch manchmal Konfrontationen sein bei Angstpatienten, das macht man dann im Therapiezimmer, aber manchmal gehe ich auch mit einem Patienten nach draußen und dann halt da was Notwendiges.
00:03:40: also es ist ein Wahnsinnig spannender beruf weil er so viel verschiedenes zu bieten hat und ich meine jeder der mit menschenarbeit weiß dass es jedes spannendste überhaupt weil man mit so vielen unterschiedlichen themen menschen zu tun hat.
00:03:58: Und da wird er nie langer.
00:04:00: Ja jetzt haben sie ja gerade schon angefangen über trauma zu reden.
00:04:06: traumat therapeutische elemente haben sie gesagt.
00:04:10: mich würde bevor wir da weiter reingehen diese Thematik von psychischen Erkrankungen, von seelischen Erkrankungen interessieren was wir dann eigentlich machen können dass es uns im Alltag gut geht das wir im Alltag psychisch gesund bleiben.
00:04:27: Was so ein jeder machen kann.
00:04:30: Das ist etwas glaube ich ganz ganz relevantes und ich glaub man kann dazu sagen das ist jetzt weniger eine To-do Liste, die man einmal bewältigt und dann hat man seine fünfzehn Punkte erfüllt.
00:04:46: Und dann ist aber auch gut, sondern ich glaube das worum es da geht, dass sich eine Haltung entwickelt.
00:04:53: Eine Haltung entwickelt, die im besten Fall jeden Tag die meiste Zeit des Tages auch erfüllt ist.
00:05:01: Nämlich eine Haltung, dass psychische, auch körperliche natürlich Gesundheit wichtig ist.
00:05:08: Das heißt, dass wir erstmal schon auf so die ganz menschlichen physiologischen Gruppbedürfnisse achten.
00:05:15: also salopp gesagt ich muss ordentlich essen ja Ich soll dafür sorgen das ich genug trinke.
00:05:24: ich sollte darauf achten natürlich da sich auch möglichst das richtige esse.
00:05:28: ich sollte für Genügend Schlaf sorgen.
00:05:32: Ich sollte aber auch dafür sorgen, dass ich nicht zu viel schlafe also nicht den ganzen Tag im Bett rumhänge.
00:05:37: Ich solle mich genügend bewegen.
00:05:41: Ich sollte rausgehen.
00:05:43: Also ich glaube sowas ist schon ganz wichtig und ich habe manchmal das Gefühl auch in der Praxistätigkeit solche Basics werden von ganz vielen Menschen heutzutage unterschätzt und nicht genügend beachtet, was das angeht.
00:06:04: Und ich glaube wenn man sich an solche Basisvariablen hält dann hat man glaub ich schon ganz viel auch erreicht.
00:06:13: also das ist so ein Fundament um dass es geht.
00:06:18: Das heißt wenn es uns im Alltag gut geht, wenn wir unseren Alter gut bewältigen können wenn wir jeden Morgen aufstehen zu einer bestimmten Zeit beispielsweise uns einen Kaffee machen, wenn wir dafür sorgen dass wir gut frühstücken.
00:06:36: Dass es uns eben einfach körperlich gut geht können wir auch dazu beitragen das es uns psychisch gut geht.
00:06:44: Auf jeden Fall zu hundert Prozent ist das ein sehr, sehr wichtiger Faktor.
00:06:48: Ich würde sagen es hilft aber in den meisten Fällen jetzt noch nicht ausreichend dafür dass es uns mit Sicherheit gut geht.
00:06:58: ich glaube aber Es ist schon mal eine gute Basis was das angeht und die sollte man auf jeden fall einhalten.
00:07:07: Ja Okay Aber was tue ich denn?
00:07:12: Und ich denke das kennt jeder von euch Kennt sie bestimmt auch?
00:07:16: Was tut man denn, wenn's ... Wenn man dann merkt das es doch nicht funktioniert.
00:07:19: Ich hab gut gefrühstückt Es ist eigentlich nichts passiert Also es ist alles wie immer Aber mir gehts einfach den ganzen Tag nicht gut ich fühle mich schlapp und irgendwie weinerlich.
00:07:32: Ja also genau was macht man, wenn man so ein bisschen in so einem Tief drin ist?
00:07:37: Was kann ich da machen?
00:07:39: Das was ich vorhin gesagt habe das waren ja erst mal die Basics Es geht ja da drüber hinaus.
00:07:46: und gerade wenn wir darüber reden, dass eine Person vielleicht auch eine psychische Thematik hat.
00:07:52: Dann sollte man deutlich mehr beachten bzw.
00:07:56: ich glaube auch wir Menschen im Alltag sollten generell mehr beachten.
00:08:01: Ich glaube etwas was wir die letzten Jahre sehr oft genannt haben, ist ja diese Work-Life Balance.
00:08:10: Also dass wir schauen, dass wir ein gesundes Maß an Stress einhalten das zu einem Leben eben dazugehört, dass es ein gesundem Maß gibt aus Arbeiten Verpflichtungen, aber genauso auch an schönen Aktivitäten und Ruhe pausen was das angeht.
00:08:31: Und was mir in der Praxiseiltag sehr oft auffällt ist dass Personen auch psychische Thematiken entwickeln wenn die es nicht schaffen dieses Maß an diesen Punkten gut einzuhalten und ich glaube es lohnt sich da dann zu schauen wie ist denn das jetzt im meinem Leben?
00:08:53: Das kann man auf verschiedene Art und Weisen machen, das kann man eben machen indem man auch mit Leuten redet.
00:08:59: Es muss nicht unbedingt gleich ein professioneller Therapeut sein.
00:09:02: es kann zum Beispiel auch sein dass man mit Freunden-Familienmitgliedern redet, das hilft oft sehr gut schon einen Gefühl dafür zu kriegen.
00:09:12: was könnte auch in mir vorgehen?
00:09:13: Was könnten Thema sein?
00:09:15: Man kann's aber genauso gut auch machen indem er z.B.
00:09:19: einfach mal ein Zettel nimmt Ein Protokoll führt, wo da eben drin ist und wann stehe ich auf.
00:09:27: Und für viel bringe ich die Tage.
00:09:28: und im besten Fall dann noch indem man notiert... ...und wie ging es mir dabei?
00:09:33: Wie war mein Stresslevel
00:09:34: dabei?".
00:09:34: Und so kriegt man ein Gespür dafür dass man vielleicht auch Zusammenhänge erkennt was das angeht.
00:09:41: Und eben ganz häufig erkennt man uuh der ist aber etwas ganz ordentlich aus dem Gleichgewicht geraten Und das wäre dann eben etwas, was uns ein Gefühl dafür gibt.
00:09:54: Was sollten wir jetzt anpacken?
00:09:56: Ja und dann auch wieder mit der Frage kriege ich es alleine hin.
00:09:59: Brauche ich vielleicht Hilfe?
00:10:00: Brauche Ich Hilfe von einer Familie vom Freund?
00:10:02: Brauch ich Hilfe von jemandem professionell?
00:10:05: Braucht's vielleicht eine medikamentöse Hilfe?
00:10:07: Das muss man da im Einzelfall schauen.
00:10:09: aber ich glaube ist sehr wichtig dass man gerade in der heutigen Zeit die oft so schnelllebig ist, die oft so reizüberflutend ist.
00:10:21: Da ein Moment innehält um zu schauen wie lebe ich eigentlich?
00:10:26: Wir Therapeuten nennen das ja dann auch eine Achtsamkeit entwickeln.
00:10:30: Das ist ja so'n geflügelter Begriff der die letzten Jahre immer mehr auch Ja und dass folgt kommt und das bedeutet an sich Ich nehme bewusster wahr Wie ich lebe, wie ich denke?
00:10:47: Wie ich fühle.
00:10:47: Wie ich mich verhalte und versuche dann auch da ja nochmal Sachen vielleicht auch ein bisschen anders wieder anzugehen.
00:10:56: Also können wir gemeinsam festhalten dass es schon mal ganz ganz wichtig ist wie sie eben meinten mit Freunden verwandten oder vielleicht auch mit Geschwistern zu sprechen Dass wir quasi unseren Gefühlen auch irgendwie Ausdruck verleihen.
00:11:14: Ich glaube, das ist schon etwas sehr, sehr relevantes.
00:11:18: Etwas sehr wichtiges gerade eben auch wieder in dieser schnelllebigen Welt wo wahnsinnig viel vom menschlichen auch automatisiert ist.
00:11:30: Studien zufolge sind siebzig bis teilweise nach Studie neunzig Prozent von dem was wir alle Menschen machen automatisiert.
00:11:38: Es ist glaube ich ganz, ganz wichtig dass des Reflektieren und ich glaube es ist in den allermeisten Fällen leichter das mit anderen zu reflektieren.
00:11:51: Und eben auch darüber hinaus, auch mit Leuten drüber zu reden um Unterstützung zu kriegen.
00:11:56: aber ganz viele von den Personen die psychische Themen haben aber auch generell von uns allen Menschen haben mit sowas zu kämpfen wie Schamgefühle Unsicherheiten und ganz oft ist es so, dass die das Gefühl haben ich bin der einzige Mensch der es hat.
00:12:14: Ja kein anderer Mensch hat es Ich erkenne es ja bei keinem anderen ja Und dadurch entsteht oft so ein Druck Ja und wenn ich dann aber mit anderen drüber rede Dann kann Es auch sein Dass das ganze normalisiert wird, dass das Ganze auch auf einmal viel bewältigbar erscheint und deshalb ist es glaube ich was ganz relevantes.
00:12:36: Ich bin manchmal fast schon schockiert als Psychotherapeut wenn mir Leute Dinge erzählen ja und eine große Erleichterung spüren die oftmals einzig und allein daher kommt, dass Personen Mit das erste Mal sich Trauen Sachen auszusprechen, die innerpsychisch vorgehen.
00:12:58: Die sie sich sonst bei keinem Aussprechen haben trauen was das angeht weil es eben mit so viel Scham schuldunsicherheit verbunden war.
00:13:06: und deshalb glaube ich ist das was ganz ganz wichtiges.
00:13:10: Okay.
00:13:12: Also müssen wir uns immer vor Augen halten dass wir ganz ganz viel reden auch wenn wir uns schlecht fühlen damit Und dann das große Ziel so ein bisschen vor Augen haben, dass es uns vielleicht danach besser gehen könnte.
00:13:28: Ich würde einhaken ich würd's nicht immer pauschalisieren.
00:13:33: Das Reden immer hundertprozent die beste Variante ist.
00:13:38: Ich glaube sie ist in ganz ganz vielen Bereichen was das angeht.
00:13:42: Ich glaub aber auch dass es wichtig ist Vielleicht kommen wir nachher noch dazu, wenn wir über wie können sich Angehörige verhalten?
00:13:49: reden.
00:13:50: Dass man schon auch auf das Rücksicht nimmt was die Person selber in dem Moment auch braucht und wie weit sie ist.
00:13:57: weil es kann schon auch sein dass eine Person Wenn Angehörtige immer wieder sagen hey du musst doch drüber reden muss doch darüber reden Sich stark unter Druck gesetzt fühlen.
00:14:08: Und dementsprechend sag ich als generellen Als generelle Tendenz reden ist wichtig, soziale Anteilnahme ist wichtig was das angeht.
00:14:19: und doch und es gilt für alle relevanten Aspekte soll man das immer auf den Einzelfall übertragen.
00:14:26: Was das angehnt aber ja ich würde schon sagen Reden is was sehr gutes.
00:14:31: okay Es kann dann ab und zu sein dass wir wirklich alles versucht haben.
00:14:36: Wir haben versucht uns Freunden an zu vertrauen, wir haben versucht mit der Mama zu reden vielleicht mit dem Opa oder mit der Schwester, mit wem auch immer.
00:14:47: dann merken wir und wir haben versucht dass wir selbst herausfinden was uns denn eigentlich fehlen könnte.
00:14:54: Also wir haben also versucht uns ein Tagebuch zu schreiben aber irgendwie merken mir dann immer noch hey irgendwas ist da mir geht's schlecht und ich komme nicht aus dem Bett, mir geht es einfach nicht gut.
00:15:08: Ich bin auch vielleicht sehr häufig traurig.
00:15:15: Was können wir dann machen in so einer Situation?
00:15:19: Wenn wir selbst keinen Ausweg mehr sehen...
00:15:23: Auch wieder eine gute Frage.
00:15:25: Ich glaube das, was die meisten Menschen heutzutage machen und ich glaube gerade auch die jüngeren Erwachsenen oder Jugendlichen umso mehr sind die Möglichkeiten bedienen, die heutzuteige auch des Internet oder noch aktueller die künstliche Intelligenz bietet.
00:15:44: Das ist glaube ich relativ gang-und gelbe mittlerweile geworden dass man auch so etwas probiert.
00:15:54: Ich finde das ganz interessant.
00:15:55: Eine Vielzahl von Psychotherapeuten hat da sehr unterschiedliche Meinungen, was man davon denkt und halten kann.
00:16:04: ich glaube aber wir sollten uns nicht vor der Realität verschließen.
00:16:09: es ist oft gang und gäbe dass das erst mal das erste isst was da passiert.
00:16:15: ja und ich glaub dass das erstmal etwas ist Man auch da zu raten zieht und wenn man aber dann feststellt auch da kommt man an seine Grenzen ebenso wie mein hast du ja gesagt mit Reflektionsprozessen oder Journaling nimmt uns her heutzutage oft, wenn man es noch ein bisschen professionell dargestaltet.
00:16:39: Dann glaube ich sollte schon auch die professionellere Hilfestellung dann ins Spiel kommen und da gibt es eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten, die man dann hat.
00:16:52: Und ich glaube das ist dann auch wichtig dass man dann wenn man merkt man kommt nicht selber ans Ziel oder man merkte auch das soziale Umfeld kommt an seine Grenzen beziehungsweise kann mir nicht ausreichend dabei helfen dann sollte man das in Betracht ziehen.
00:17:12: Wir haben uns relativ häufig über das Wort Reflexion gesprochen.
00:17:16: Ich möchte es einmal noch mal erklären.
00:17:19: Reflektion bedeutet mehr oder weniger, dass wir über Dinge nochmal nachdenken im Nachhinein.
00:17:26: Dass wir einfach gewisse Dinge mehr- oder weniger versuchen zu verstehen und etwas hineinzuinterpretieren Das kennt ihr alle, wenn man einfach mehr und mehr immer wieder über gewisse Dinge, die man vielleicht getan hat.
00:17:45: Im Nachhinein nochmal drüber nachdenkt und dann vielleicht so was rauskommt wie... Da hab ich etwas falsch gemacht oder da hätte ich was anders machen können?
00:17:52: Das gehört alles ein bisschen zum Thema Reflexion dazu.
00:17:56: Genau!
00:17:56: Wir haben jetzt darüber gesprochen dass es auch manchmal sein kann das es uns wirklich so schlecht geht, dass man Hilfe braucht professionelle Hilfe.
00:18:09: Wie bekomme ich dann professionelle Hilfe?
00:18:13: Also da gibt es verschiedene Mittel und Wege.
00:18:16: Ich glaube das was am gebräuchlichsten ist, wenn's einem nicht gut geht dass man auch erst mal zum Hausarzt geht zur Hausärztin.
00:18:26: Ich glaub' das is so.
00:18:28: der Mittel der ersten Wahl ja und normalerweise sollte dann diese Person eine Woche zuhören Sachen erfassen und dann einem auch ein bisschen koordinierende Hilfestellung geben.
00:18:43: Und vielleicht gibt einen diese Person dann eine Nummer, vielleicht gibt die einem auch nochmal einfach nur einen Ratschlag den man bisher vorhin noch nicht gehört hat.
00:18:53: Vielleicht hört auch diese Person auch einfach nur zu und hat einen ganz anderen Blickwinkel.
00:18:59: also ich glaube das Gebräuchlichste ist erstmal wirklich dass man da zum Hausarzt geht was das angeht.
00:19:06: Neben dem Hausarzt gibt es aber auch schon ein paar andere Hilfestellungen, die es gibt.
00:19:13: Zum Beispiel was ich da sehr gerne auch immer in den Raum werfe ist eine Seite, die auch vom Deutschen Bund gefördert wird.
00:19:24: Die heißt Kompetenznetzeinsamkeit ja?
00:19:28: Die findet man auch im Internet und auf dieser Seite gibt es eine ganze Reihe von Anlaufstellen, wenn es einem nicht gut geht.
00:19:39: Wenn man dementsprechend auch einsam ist aber eben auch, wenn man Hilfe sucht.
00:19:50: Telefonseelsorgen, Krisendienste Selbsthilfegruppen die man auch finden kann also wirklich diverse Anlauf stellen.
00:20:02: eines zum Beispiel auch der sogenannte sozialpsychiatrische Dienst, das ist eine Hilfestellung die es überall hier in Deutschland gibt.
00:20:13: oftmals schon sehr zeitnah Termine anbieten kann, also oft schon innerhalb von ein zwei drei Wochen.
00:20:20: Die angestelltes gutes Personal hat wo man dann auch hingehen kann.
00:20:25: das hilft auch oft in Krisenzeiten oder aber auch um zu überbrücken bis dass man dann zum Beispiel einen Psychotherapieplatz findet.
00:20:35: was das angeht.
00:20:35: es sind so eine Reihe von Hilfestellungen die glaube ich da ganz gut geeignet sind.
00:20:42: Und darüber hinaus gibt es natürlich dann noch weitere Hilfestellungen, wie eben auch der Gang zum Psychotherapeuten.
00:20:50: So jemanden wie mir oder auch wenn es sich herausstellt dass man vielleicht auch ein Medikament braucht, das einem hilft dann auch die Überweisung zu einem Psychiater, zu einem Neurologen was sicherlich auch etwas ist, was man immer im Blick haben sollte.
00:21:12: drüber geredet, wenn wir uns schlecht fühlen.
00:21:15: Wenn wir eben wie sie eben sagten auf verschiedenste Wege zu professioneller Hilfe gelangen.
00:21:24: aber meistens ist ja so zumindest kann ich das mehr oder weniger aus eigener Erfahrung sagen dass man selbst noch gar nicht wirklich eine Ahnung hat was man hat.
00:21:36: und Wir sprechen, man hört relativ häufig von psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel von Depressionen.
00:21:45: Jetzt haben wir das Glück dass Sie heute bei uns sind.
00:21:49: deswegen würde ich Ihnen gerne die Frage stellen was sind denn eigentlich Depressionen?
00:21:55: Wie erkennt man sie und bewirken sich aus?
00:22:00: Ich finde es ist keine so leicht zu beantwortende Frage.
00:22:04: ja wir verwenden diesen Begriff Depression für unglaublich viel verschiedenes und heutzutage wird diese Begriff auch relativ häufig verwendet, auch wenn eine Person ein paar Tage zum Beispiel eine schlechtere Stimmung hat.
00:22:22: Ja dann sagt man ich fühle mich depressiv.
00:22:26: Rein vom Fachlichen her ist es so dass wir nicht so schnell von der Begriff Depression reden sollten.
00:22:34: Da ist es wirklich so, dass man sagt, man braucht eine Reihe auch von ja nicht geringen Symptomen für mindestens vierzehn Tage und die sollten so nennenswert sein.
00:22:47: Dass sie an diesen vierzehnt Tagen die meiste Zeit vom Tag auch sehr stark da sein sollten was das angeht.
00:22:56: Das sind Symptome Man mit Sicherheit schon mal im Zusammenhang mit Depression gehört hat, das sind so Sachen wie Traurigkeit, Niedergestimmtheit.
00:23:08: Dass man nicht so Freude hat, dass man nicht Lust hat und nicht so viel Energie hat, schneller schöpft ist, nicht so einen Antrieb hat.
00:23:16: aber auch so Sachen, wie dass sich der Appetit verändert sowohl in ich habe mehr Appetite als auch weniger Appetiten.
00:23:23: Mein Schlaf verändert sich, sowohl in ich schlafe deutlich weniger.
00:23:28: Ich kann nicht so schlafen, nicht so einschlafen und durchschlafen als auch ich komme nicht mehr aus dem Bett raus.
00:23:33: Ja?
00:23:34: Ich habe Symptome wie dass ich mich nicht mehr so gut entscheiden kann das ich ganz viel grübel und nachdenke.
00:23:41: lass mir mehr Sachen Angst machen.
00:23:43: ja Das ist eine ganze Palette an Symptomen, die man dann über einen längeren Zeitraum hat und wo man wirklich sagt es ist nicht das was ich normalerweise kenne und etwas andere auch von mir kennen.
00:23:59: Und wenn das da ist, dann sollte man auf jeden Fall auch das ernst nehmen und sollte dann auch eben mit Leuten des Gesprächs suchen was ich hier vorhin gesagt habe, was auf die erste Anlaufstelle sind.
00:24:17: Sind eben natürlich auch geschult oft durch ein paar wenige Fragen oder manchmal geben die einen auch eine kleinen Fragebogen dann drauf zu kommen ob das ein nennenswertes Maß ist wo man sagt hey da sollten wir jetzt handeln.
00:24:32: was das angeht ja es gibt auch diverse Selbsttests im Internet.
00:24:38: Die können mal besser sein, mal schlechter sein.
00:24:40: Da sollte man auf jeden Fall vorsichtig sein und nicht da vorschnell auch die zu Rate ziehen.
00:24:49: aber sie können auch so eine Form von Einblick geben.
00:24:53: könnte es sein dass ich da in diese Richtung gehe oder auch nicht.
00:24:58: Aber was tue ich denn jetzt wenn Ich beim guten Freund oder einer guten Freundin merke das sie sich immer mehr zurückzieht?
00:25:08: mir immer wieder sagt, wie traurig sie ist dass die keine Lust hat.
00:25:12: Wie kann ich da helfen?
00:25:14: oder was tue ich als Angehöriger?
00:25:17: Ich finde es auch eine nicht leicht zu beantworten Frage weil auch da sollten wir das sehr vom Einzelfall abhängig machen.
00:25:25: Ich glaube es gibt so Tendenzen wo man sagt an denen kann man sich orientieren aber Jeder Mensch ist unterschiedlich und dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, wenn jeder Mensch so ein bisschen was anders braucht.
00:25:40: Ich glaube das, was aber ganz wichtig ist und auch ganz gut ist, ist, wenn ich das bei den Menschen, der mir im Herzen liegt, wenn mich das ernst nehme und wenn ich mit diesen Menschen das Gespräch suche und eben zum Beispiel feststelle hey du Mir ist aufgefallen in letzter Zeit, dass du zum Beispiel nicht so häufig mit dabei warst wenn wir was unternommen haben.
00:26:05: Geht's dir gut?
00:26:07: Hat das irgendeinen Grund?
00:26:10: Ist irgendetwas nicht in Ordnung?
00:26:12: Ich glaube es ist wichtig um Menschen zu signalisieren Man registriert es und Du hast einen Raum bei uns da drüber zu reden.
00:26:25: Ich möchte auch gerne darüber reden.
00:26:27: Ich glaube, ganz viele Personen die sich nicht gut fühlen brauchen so einen Raum dafür dass sie sich öffnen können.
00:26:35: und ich glaube es ist wichtig Menschen die diesen Themen haben diesen Raum zu geben.
00:26:40: das ist ja auch das was wir Psychotherapeuten dann in einer Therapiestunde machen.
00:26:47: Wir machen als erstes Raum öffnen, wo eine Person sich im besten Fall wohlfühlt.
00:26:54: Wo sie sich öffnend kann, wo sie sich verstanden fühlen kann und sich sicher fühlen können.
00:26:59: So dass wir erstmal die Möglichkeit bieten, da sein Mensch sich auch dann mit dem was ihn oder sie beschäftigt ausbreiten kann, was das angeht.
00:27:10: Und ich glaube, dass es ein Angehöriger im besten Fall auch machen sollte.
00:27:15: Vorurteilsfrei, wertfrei ohne Druck auszuüben und dann natürlich hängt es total davon ab was kommt denn jetzt?
00:27:26: Was erzählt die Person, was sie beschäftigt oder was sie braucht?
00:27:30: das ist wieder dann das wo man im Einzelfall schauen muss
00:27:33: Ja!
00:27:34: Das bedeutet also dass ich vielleicht... Man könnte vielleicht also auch sagen dass man mehr oder weniger einfach entschützen, das Umfeld bieten sollte.
00:27:44: Dass man für die Person da sein sollte ohne ihr zu sagen hey... Das ist nicht gut wie du dich gerade verhältst!
00:27:53: Das macht es nicht besser sondern einfach neben ihr sitzen vielleicht auch einfach mit ihr quatschen wenn sie das will und wenn ich einfach da sein und sagen dass man da ist, dass man für Die Person da ist dass man egal was ist auch hier bleibt.
00:28:08: Ich glaube ich habe ja vorhin den Begriff Achtsamkeit genannt.
00:28:12: Ich glaube, es wäre gut wenn man ein achtsames Umfeld hat dass dementsprechend da auch Sachen sieht, Sachen registriert wahrnimmt und ich glaube das ist schon sehr viel wert.
00:28:27: aber gleichzeitig ist es natürlich auch wichtig zu sagen Angehörige sind sehr, sehr wichtig.
00:28:34: Freunde sind wichtig ja aber natürlich sind die auch nur Menschen und kommen auch irgendwo an ihre Grenzen und das ist dann natürlich auch wichtig dass dann darüber hinaus professionelle Behandler da ins Boot geholt werden Die es dann oft noch viel besser natürlich schaffen auch gewisse Grenzen auch einzuhalten Und natürlich auch viel besser fachlich ausgebildet sind.
00:28:59: Aber wenn Wie Sie natürlich gefragt haben, wenn Angehörige was machen können.
00:29:04: Dann glaube ich ist es schon ganz wichtig diesen Raum zu bieten und dann eben zu schauen Was können wir machen?
00:29:10: Und wo geben wir dann aber auch ab was das angeht ja da gibt's auch für so gut wie alle wahrscheinlich sogar für alle psychischen Erkrankungen auch Ratgeber Bücher explizit auch für Angehöre die wirklich auch oft sehr wertvolle Informationen bieten über das Erkrankungsbild, über das was typische Symptome sind.
00:29:37: Aber auch was wäre ein guter Umgang für uns als Angehörige?
00:29:42: Das kann natürlich auf der anderen Seite genutzt werden.
00:29:46: es gibt auch viele Selbsthilfebücher für Patienten, für Personen mit diesen Erkankungen die oft auch helfen können Dinge einzuhalten aber gerade auch bei Angehöhrigen die ich dann einlad zu angehörigen Gesprächen.
00:30:02: Die profitieren oft echt unheimlich davon, wenn man den Informationen an die Hand gibt auch über die Erkrankung und über den Umgang mit der Erkrankung weil sie ganz häufig sehr in der Luft hängen und nicht genau wissen hey was soll ich denn jetzt eigentlich da machen?
00:30:19: Was ist der richtige umgang und oft eben auch ganz unsicher sind und Da hilft es echt wenn man Wissen hat wie man damit umgehen soll.
00:30:29: Passend zu dieser Thematik würde mich jetzt noch interessieren, was würden Sie uns denn allen für Tipps mit auf den Weg geben?
00:30:38: Was würden sie sagen dass man egal wann und wo immer machen kann wenn man dann mal in so einer Krise steckt.
00:30:46: Wo man sagt man kommt jetzt gerade im Moment nicht selbst raus?
00:30:52: Ich glaube das ist schwer in ein paar wenige Wort zu fassen, ich glaube das was wichtig ist nicht übertrieben hohe Erwartungen an sich zu haben.
00:31:06: Also insgesamt im Leben nicht übertrebenhohe Erwartung an sich zuhaben aber auch nicht in der Auseinandersetzung mit der Krise sondern dass man es sich erlaubt dass man auch einfach mal überfordert sein darf.
00:31:20: Dass man sich erlaubt, dass man bezüglich einer Sache erst mal noch nicht damit umgehen kann, aber auch noch nicht eine Lösung parat hat was das angeht und sich zu erlauben menschlich sein zu dürfen mit allem was dazugehört.
00:31:38: Und ich glaube dass nimmt erstmal schon einiges an Druck eben auch, dass man nicht das Gefühl hat ich muss alleine damit zurechtkommen sondern dann auch andere Leute mit ins Boot holt und die müssen einem noch gar nicht.
00:31:52: Auch die Lösung für eine Sache präsentieren können.
00:31:55: es reicht auch, da sich mit denen zusammen diese Lastteile was das angeht und ich glaube das ist so das A und U. ja man macht manchmal mit Patienten einen Krisenplan und dieser Krisen-Plan beinhaltet in der Regel drei verschiedene Schritte, die ein Patient wenn er eine Krise hat nacheinander absolvieren soll.
00:32:23: Und wenn einer Schritt gereicht hat braucht man nicht in Schritt zwei gehen.
00:32:27: Wenn aber der erste Schritt nicht gereicht hatte gehe ich in Schritt Zwei und wenn der zweite noch nicht gereichte dann gehe ich im Schritt Drei.
00:32:34: Das Erste sind lauter Strategien die man selber ausüben kann.
00:32:40: Das können so Sachen sein wie zum Beispiel Atemübungen, Meditationen, Skills das sind so Stressbewältigungsstrategien die man dann auch Patienten beibringern kann.
00:32:52: der zweite Schritt sind so Sachen wie wo kann ich alles Personen aus meinem Umfeld mit einbeziehen Familie Freunde Wie kann ich da Unterstützung kriegen?
00:33:03: und der dritte sind dann professionell Hilfen und Nummern wo ich mich hinwenden kann.
00:33:08: Ich glaube so was ist ganz hilfreich, dass wir alle Menschen haben und ich glaube sowas auch nicht verkehrt sich einfach mal aufzuschreiben weil in einer Krise läuft unser Gehirn anders wie ab als sonst.
00:33:21: Wir geraten in eine massive Anspannung und können nicht auf unsere volle Gehirne Leistung zugreifen und dann ist es eben so, dass wir nicht klar denken können.
00:33:32: Und wenn wir dann eine Orientierung haben – ich nehme einfach ein Zettel und da stehen Sachen drauf – dann fällt's mir viel leichter, das
00:33:39: auch
00:33:40: zu nutzen!
00:33:42: Dann danke ich Ihnen und habe mich wirklich sehr, sehr gefreut, dass Sie hier waren.
00:33:49: Ich hoffe Ihr könntet einiges mitnehmen.
00:33:52: Ich konnte auf jeden Fall einiges Mitnehmen.
00:33:54: Ja vielen Dank, dass ich da sein durfte die Zuhöriger ein bisschen was mitnehmen könnten und ich wünsche Ihnen allen, die beste psychische Gesundheit.
00:34:04: Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Heimweg!
00:34:07: Und Tschüss!
Neuer Kommentar